Investmentmöglichkeiten in Wertpapiere 2/2

Willkommen zum zweiten Teil dieses Beitrags über die wichtigsten Investmentmöglichkeiten. Im vorangegangenen Blogpost sind wir auf Aktien und Anleihen eingegangen. Sollte es dazu noch Fragen geben, kannst du sie mir gerne stellen. Folgend möchte ich euch noch klassische Investmentfonds und ETF’s (Exchange Traded Funds) vorstellen.

3. Fonds

Eine weitere Investmentmöglichkeit in Wertpapiere bieten sogenannte Investmentfonds. Einen Fonds kann man sich sozusagen wie einen großen Topf vorstellen, in welchen mehrere Anleger Geld einzahlen. In der Regel wird dann dieses Geld durch einen Fondsmanager an den Finanzmärkten angelegt.

Doch wie genau funktioniert das?

Wie bereits erwähnt, werden bei einem Investmentfonds Gelder von mehreren Anlegern gesammelt und von einem professionellen Fondsmanager an den Finanzmärkten angelegt. Dieser Fondsmanager hat dann die Möglichkeit mit höheren Summen in den Finanzmärkten anzulegen und sowohl Aktien wie auch Anleihen in diesen Topf (Portfolio) einzubringen.

Wieso sollten Dritte in einen Fonds investieren?

Der große Vorteil eines Investmentfonds im Vergleich zur direkten Anlage in eine Aktie oder Anleihe liegt darin, dass man nicht das Risiko des Investments in ein einziges Unternehmen trägt. Da im Portfolio eines Fonds mehrere unterschiedliche Aktien und Anleihen gemischt werden können, eliminiert man so dieses Risiko. Diese Art der Risikostreuung wird auch Diversifikation genannt. Durch breiteres Anlegen wird das Risiko bzw. die Abhängigkeit von genau einem Unternehmen minimiert. Ein Fonds kann auch so aufgestellt sein, dass er eine bestimmte Branche wie beispielsweise die Gesundheitsbranche oder auch im Allgemeinen den gesamten Markt abbildet. Auch das Abbilden des gesamten Marktes ist eine Art der Diversifikation, da so weder bestimmte Branchen- noch Regionsrisiken extremen Einfluss auf unser Portfolio haben.

Gibt es auch Gefahren bei Fonds?

Es gibt nicht wirklich Gefahren, sondern vielmehr Nachteile bei dieser Sache. Diese resultieren automatisch aus den Vorteilen, welche mit der Diversifikation einher gehen. Da wir ein breites Spektrum an Aktien und Anleihen in unserem Portfolio besitzen, reagiert unser Fonds nicht so stark auf negative Ereignisse eines einzelnen Unternehmens. Jedoch ist dies auch bei positiven Ereignissen der Fall. Die Rendite wird aufgrund der breiten Streuung geringer ausfallen als bei einer Einzelanlage. Des Weiteren werden Fonds von Fondsmanagern geführt, welche sich die Arbeit auch entsprechend vergüten lassen. Diese Gebühren zerren dann an der erzielten Rendite und können diese substanziell schmälern.

Welche Beispiele von Fonds gibt es?

Ein Fonds, in welchem beispielsweise auch ich investiert bin ist der „hausInvest“. Dabei handelt es sich um einen Fonds, welcher ausschließlich in der Immobilienbranche tätig ist. Legt man zum Beispiel einen hohen Wert auf Nachhaltigkeit, so gibt es auch in diesem Bereich einen passenden Fonds, nämlich den „LBBW Global Warming“ Fonds. Dieser investiert gezielt in Unternehmen, welche mit ihren Produkten der globalen Klimaerwärmung entgegenwirken oder deren ökologische Folgen abmildern.

4. ETF's

Eine weitere Investmentmöglichkeit die ähnlich den Fonds ist, bildet ein ETF (Exchange Traded Fund). ETF’s verhalten sich ähnlich wie Fonds, jedoch gibt es hierbei einen elementaren Unterschied. Ein ETF bildet einen gewissen Index nach, wodurch, aufgrund des Wegfallens von aufwendigen Analysen und Berechnungen, kein aktiver Fondsmanager mehr benötigt wird.

Doch wie genau funktioniert das?

Genauso wie beim Investmentfonds werden auch bei ETF’s Gelder gesammelt. Statt diese aber in die Hände eines Fondsmanagers zu geben, bildet ein ETF anstelle der aufwendigen Analysen einfach eine Nachbildung des Indizes. Hier gibt es somit keinen Fondsmanager der versucht den nachgebildeten Markt zu schlagen. Es handelt sich einfach um einen passiven Fonds, der der entsprechenden Markt abbildet.

Wieso sollten Dritte in einen ETF investieren?

Im Grunde besitzen ETF’s dieselben Vorteile, wie sie auch bei Investmentfonds zu finden sind. Hierbei ist vor allem die mögliche Diversifikation (Risikostreuung) zu nennen. Der große Vorteil von ETF’s gegenüber aktiv gemanagten Fonds liegt jedoch primär in den Gebühren, welche beim aktiv geführten Fonds anfallen. Da bei ETF’s eine automatisierte Nachbildung erfolgt, ist dies dort nicht der Fall. Das bedeutet, dass diese Gebühren eingespart werden und sich dann positiv auf die erzielte Rendite auswirken können. Im Schnitt liegen die Gebühren von aktiv gemangten Fonds bei ca. 2,26% und bei passiv gemangten Fonds (ETF’s) bei ca. 0,48%. Auf lange Sicht kann diese Kostenersparnis eine Menge Geld ausmachen.

Mehr als Nachteil wie als Gefahr, welcher bei einem ETF entstehen kann sind die Kosten, welche bei Nachjustierung anfallen. Bildet dieser ETF nämlich einen Index nach, der eine relativ hohe Anzahl an Transaktionen durchführt, so muss der ETF in der Regel hier nachjustieren um die Gewichtung bzw. die Titel anzupassen. Werden zu viele Transaktionen durchgeführt, erhöht sich damit auch die Gebühr, da Transaktionskosten fällig werden. Diese Transaktionskosten schmälern im Umkehrschluss dann natürlicherweise die erzielte Rendite. Des Weiteren sind ETF’s mit Blick auf ihre Rendite beschränkt. Aufgrund ihrer Abhängigkeit zu einem bestimmten Index, können ETF’s auch nur maximal die Rendite erzielen, wie sie auch der nachgebildete Index selbst erzielt.

Welche Beispiele von ETF's gibt es?

Ein ziemlich bekannter ETF, welcher in die größten Unternehmen der Welt investiert, ist der iShares Core MSCI World UCITS ETF. Dabei handelt es sich um einen ETF, der seine Erträge direkt wieder anlegt und somit einen Zinseszinseffekt ermöglicht. Des Weiteren hat er jährlich lediglich Gebühren in Höhe von 0,20%. Der nachgebildete Index dabei ist der MSCI World. Betrachtet man den rein deutschen Markt, so kann hier der Xtrackers DAX UCITS ETF 1C genannt werden, der auch seine Erträge reinvestiert und lediglich jährliche Gebühren in Höhe von 0,09% hat. Bei diesem ETF wird der DAX (Deutsche Aktienidex) nachgebildet.

Fazit

Da ich immer aus eigener Erfahrung spreche, kann ich euch sagen, dass man mit ETF’s und Fonds langfristig sehr gute Ergebnisse erzielen kann. Jedoch sollten Aktien als solche nicht vernachlässigt werden. Wenn man sich mit den fundamentalen Werten eines Unternehmens auseinandersetzt und für sich entdeckt hat, dass dieses Unternehmen enormes Wachstumspotential hat, dann kann hier einiges an Rendite erzielt werden. Hierbei reicht allein der Blick auf das Jahr 2020 mit der Entwicklung der Tesla Aktie, welche im Handelsjahr 2020 um 740% gestiegen ist. Jedoch muss einem hier immer bewusst sein, dass mit einer erhöhten Volatilität zu rechnen ist. 

Ich denke, dass ich euch mit diesen 4 Investmentalternativen einige Möglichkeiten aufzeigen konnte, wie ihr euer Geld sinnvoll anlegen könnt, damit sich dieses selbständig vermehrt. 

Wie bereits eingangs erwähnt, handelt es sich dabei nur um die einfachsten Varianten Geld in Wertpapiere anzulegen. Es gibt noch eine Vielzahl an weiteren Möglichkeiten wie Zertifikate, Optionsscheine oder auch Devisen, jedoch sind diese aufgrund ihrer hohen Komplexität nur für fortgeschrittene Anleger sinnvoll.

 

Dein Athanasios

Schreibe einen Kommentar