Sparsamkeit durch Minimalismus?

Wie in meinem vergangenen Blogpost bereits angekündigt, möchte ich euch einen immensen Vorteil vorstellen, welcher mit dem Minimalismus einher geht. Dabei handelt es sich nämlich um die Sparsamkeit. Der Minimalismus lehrt uns, wie wir bewusst konsumieren und damit unsere finanziellen Mittel schonen, sodass wir diese für das wesentliche verwenden können. Hierzu stelle ich euch gerne ein Beispiel vor, welchen Einfluss bewusster Konsum auf unsere finanzielle Situation haben kann.

Die unbequeme Wahrheit

Während meiner Berufsausbildung habe ich eine gute Freundin kennengelernt, mit der ich heute noch befreundet bin. Sie hatte ein großes Faible für Mode und gab monatlich einiges an Geld für mehrere neue Kleidungsstücke aus. Wieviel das finanziell tatsächlich ausmachte, konnte ich mir nicht genau vorstellen, doch eines Tages offenbarte sie mir, dass sie monatlich zwischen 100,00€ und 150,00€ allein für Klamotten ausgibt. Schuhe waren in diesen Kosten noch nicht mal inbegriffen. Daher wollte ich wissen, ob sie eher ein Einzelfall war, oder ob das so auf unsere Gesellschaft übertragen werden kann. Aus diesem Grund suchte ich im Internet nach einer Statistik und wurde auf statista.de fündig. Diese besagte Grafik zeigt auf, dass knapp ein Drittel der Befragten über 125€ jeden Monat für Kleidung ausgibt. Auf ein Jahr gerechnet kommt man so auf eine Summe von 1.500€ nur für Kleidung.

Da mich persönlich das Thema Mode nie begeistern konnte, habe ich mich damals mit anderen, für mich interessanteren Themen auseinandergesetzt. Zu dieser Zeit hatte ich mit meinem ersten finanziellen Investment begonnen. Da ich schon ein wenig Erfahrung damit machen konnte, erklärte ich meiner Freundin, was genau dabei passiert. Ich zeigte ihr, welche Vorteil es hat sein Geld zu investieren, statt unbedacht für Klamotten auszugeben.

Kleine Schritte können Wunder bewirken

Damals hatte ich mit einem Einmalinvestment von 500,00€ und kurz darauf mit einem Sparplan für einen ETF begonnen. Unter einem Sparplan versteht man im Grunde einen Dauerauftrag, bei welchem Geld in eine gewisse Anlage investiert wird. Da ich mich zu dieser Zeit noch in der Berufsausbildung befand und kein großes Einkommen besaß, fiel der Dauerauftrag mit 35,00€ monatlich entsprechend gering aus. Bei einem ETF handelt es sich um einen an der Börse gehandelten Fonds, der einen Index, wie beispielsweise den DAX (Deutscher Aktien Index) abbildet. Hierzu und zu weiteren Investmentmöglichkeiten würde ich jedoch in einem separaten Blogartikel genauer eingehen.

Meine Freundin war anfangs unsicher. Nachdem ich ihr erzählte, dass die Entwicklung auch ins Negative gehen kann, war sie dann sehr abgeneigt davon. Nichtsdestotrotz habe ich ihr die ganzen Vorteile nochmals aufgezeigt und ihr unter anderem Charts von ETF’s gezeigt, wie die Entwicklung eines solchen Investments in der Regel aussieht. Und tatsächlich war es so, dass der Kurs meiner Anlage zunächst ins Negative rutschte. Jedoch kann sich das Ergebnis heute sehen lassen. Um das für euch etwas greifbarer zu machen, stelle ich euch gerne meine realen Zahlen von dem damaligen Investment vor. Im Jahr 2014 habe ich, wie bereits erwähnt, mit einem Investment von 500,00€ begonnen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie am Ende des Jahres mein Startkapital auf 457,36€ gefallen war und ich eine gewisse Verunsicherung spürte. 

Blicke ich jetzt auf  Situation zurück, dann war das eine sehr wichtige Erfahrung für mich. Dadurch lernte ich Geduld zu haben und Vertrauen in die Zeit zu zeigen. Als Gegenmaßnahme beschloss ich damals einen Sparplan mit monatlich 35,00€ einzurichten, damit ich von diesen Kursschwankungen profitieren kann.

Heutiger Blick auf das Investment

Wenn ich heute auf dieses Investment blicke, habe ich insgesamt 3.020,00€ investiert und dabei knapp 75% an Rendite erzielt. Das Ganze hat mich zwei Sachen gelehrt: Zum einen, dass 35,00€ monatlich „sparen“ nicht weh tun und nach 5 Jahren eine beträchtliche Summe ausmachen. Zum anderen, dass ich Geld, ohne mein Zutun, für mich arbeiten lassen kann und sich dieses vermehrt. Dasselbe empfindet meine Freundin heute auch. Durch diesen kleinen „Verzicht“ konnte eine beträchtliche Summe (bei mir über 5.000,00€) zustande gekommen, welche wirklich sinnvoll genutzt werden kann.

Ich denke, dass mit diesem Beispiel gut ersichtlich wurde, was sich mit einer Hose oder einem Pulli weniger im Monat alles erreichen lässt. Dass wir Menschen Klamotten benötigen, ist jedem bewusst, auch mir. Jedoch ist uns weniger bewusst, wie viele Klamotten wir tatsächlich brauchen. Dessen sollten wir uns vor jedem Kauf nochmal bewusst werden.

Abschließend würde ich daher zu diesem Thema sagen, dass wir durch Minimalismus und bewussten Konsum jeden Monat eine beträchtliche Summe sparen können. Diese Summe kann dann intelligent in ein Finanzprodukt investiert werden, welches langfristig unser Geld vermehrt. Durch den reduzierten Konsum schaffen wir es dann einen finanziellen Pfeiler zu errichten, welcher selbständig wachsen kann. Durch dieses Bewusstsein und finanziell intelligente Handeln schaffen wir uns nämlich Freiraum für das, was wirklich zählt.

Exkurs

Solltest auch du das Gefühl haben, dass dein Kleiderschrank aus allen Nähten platzt, dann kann ich dir nur wärmstens das Buch „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ von Marie Kondo empfehlen. Dieses Buch wurde weltweit über eine Millionen Mal verkauft und hat unter anderem dafür gesorgt, dass die Autorin Marie Kondo vom TIME Magazine zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gezählt wird. Ihre Methode ermöglicht es uns einen freien Kopf zu kriegen, ausgeglichener zu werden und allgemein zufriedenere Menschen zu sein. Um das Ausmisten noch etwas attraktiver zu gestalten, gibt es zusätzlich dazu das sogenannte 30-Day Minimalism Game von „the minimalists“. Hierbei sucht man sich einen Spielpartner, mit dem man 30 Tage lang dieses Spiel spielt. Ziel ist es, am ersten Tag einen Gegenstand auszusortieren, am zweiten Tag zwei Gegenstände, am dritten Tag drei und so weiter und so fort.

 Am Ende dieser 30 Tage hat man sich von mehr als 450 unnötigen Gegenständen getrennt und merkt, wie viel leichter man sich fühlt. Versucht es selbst und berichtet mir von euren Ergebnissen!

Euer Athanasios

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