Was ist Minimalismus?

In meinem ersten wealthimalism Blogpost möchte ich euch gerne vorstellen, was Minimalismus ist und wie Minimalismus hilfreich für uns sein kann. Zumindest war und ist er es für mich.

Den meisten Menschen fallen bei dem Wort Minimalismus zwei Dinge ein. Zum einen der Kunstunterricht aus der Schulzeit, in welchem der Minimalismus eine Kunstströmung der frühen 1960er Jahre war. Zum anderen denken wir an das Ausmisten unseres Kleiderschranks mit bekannten Strategien wie der von Marie Kondo, deren Name mittlerweile im Englischen sogar als Verb (to kondo) fungiert und für das Aufräumen des Kleiderschrank steht. Sollte ein übervoller Kleiderschrank tatsächlich ein Problem bei dir sein, dann kann ich dir die Bücher von Marie Kondo nur wärmsten empfehlen.

Das Minimalism Mindset

Daher müssen wir darauf eingehen, was diesen Lebensstil eigentlich ausmacht, damit wir verstehen können, weshalb es so wichtig ist, diesen in unser Leben zu integrieren. Der Minimalismus ist ähnlich dem Intentionalismus. Das bedeutet, dass hinter allem Tun und Handeln, welchem wir begegnen, ein Bewusstsein steht. Geht es beispielsweise um den Kauf eines neuen Gegenstandes, fragt man sich im Minimalismus zunächst, inwiefern dieser Gegenstand uns und unser Leben bereichert. Minimalisten machen sich im ersten Schritt bewusst, welchen Mehrwert die Kaufentscheidung haben würde und tätigen erst dann ihren Kauf. Heutzutage wird geschätzt, dass um die 70% aller Kaufentscheidungen unterbewusst getroffen werden. Das hat unter andere damit zu tun, dass wir immer schneller und immer häufiger Entscheidungen treffen müssen ohne uns derer wirklich bewusst werden zu können.

Unsere Welt ist so unglaublich schnelllebig geworden, dass wir es kaum mehr schaffen allen neuen Trends und Moden hinterherzurennen. Ein perfektes Beispiel dafĂĽr sind Apps wie Instagram und TikTok. Betrachtet man beispielsweise die Storys auf Instagram, so werden diese zu ca. 75% ĂĽbersprungen, da den Benutzern die Dauer dieser 4-6 Sekunden-Aufnahmen zu lange ist. Das ist auch der Grund, weshalb die geposteten Videos auf diesen Plattformen in der Regel sehr kurz sind. Unsere Aufmerksamkeit ist immer mehr Unterbrechungen ausgesetzt. Dies ist unter anderem dem geschuldet, dass die Deutschen im Schnitt 30 mal am Tag auf das Smartphone schauen. Bei den jĂĽngeren Menschen ist diese Zahl sogar doppelt so hoch. Es wird also ersichtlich, dass wir immer mehr konsumieren, uns dessen aber meistens nicht bewusst sind.

Der zwanghafte Konsum

Kritisiert wird nicht der Konsum als solcher. In erster Linie übt der Minimalismus Kritik an der Art und Weise wie wir konsumieren. Es geht eher um unseren zwanghaften Konsum, der an den Pranger gestellt wird. Dieser hat in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt, dass wir immer mehr, immer größere und immer teurere Gegenstände angehäuft haben. Eine solche Art des Konsums hat neben unserem persönlichen Wohlbefinden unter anderem auch einen negativen Einfluss auf unsere Umwelt. 

Häufig verknüpfen wir Konsum mit Glück, selbst wenn uns unterbewusst klar ist, dass dieses Glück nicht von Dauer sein wird. Meiner Meinung nach beginnt Glück mit Freiheit. Freiheit das zu tun, was wir wollen und uns begeistert. 

Und genau hier entsteht das Problem mit den ganzen Dingen, die wir besitzen. Denn die tatsächlichen Kosten, die durch das Anhäufen von Gegenständen auf uns zukommen, sind höher, als dieser Betrag, der auf dem Preisschild abgelesen werden kann. Es gibt ein bekanntes Zitat aus dem Film „Fight Club“ das wie folgt lautet.

„The things you own end up owning you. It’s only after you lose everything that you’re free to do anything”
Zitat aus dem Film "Fight Club"
Designer
Die Bedeutung des ersten Satzes ist die, dass Gegenstände, beispielsweise ein Fernseher, uns nicht nur das kosten, was auf dem Preisschild steht. Es müssen auch die Folgekosten berücksichtigt werden. Und dabei meine ich in erster Linie nicht die Stromkosten, welche damit einhergehen, sondern viel mehr unsere Zeit. Die Zeit ist unser kostbarstes Gut, welches gleichzeitig so flüchtig ist, dass man versuchen sollte jede Sekunde davon kostbar zu nutzen. Laut einer Statistik betrug im Jahr 2019 die durchschnittliche tägliche Sehdauer aller Altersgruppen in Deutschland 211 Minuten. Das bedeutet, dass der Fernseher uns täglich über drei Stunden von Dingen abhält, die unserem Leben tatsächlich einen Mehrwert hätten bringen können. Auf das Jahr hochgerechnet sind das über 1.200 Stunden, die uns der Fernseher kostet. Das sollte den einen oder anderen Gendanken wert sein.

Freiraum fĂĽr das wirklich Wichtige

Der zweite Satz des Zitates vermittelt viel mehr die Möglichkeit, welche entsteht, sobald man sich von all dem getrennt hat, was einen verpflichtet. Dies würde bedeuten, dass man sich jeden Tag über eine Stunde schenken kann, die bewusst genutzt werden kann für Dinge, die uns Menschen wirklich weiter bringen. Beispielsweise lesen, Sport machen oder auch ehrenamtlich Menschen helfen. Vielleicht mal ein Instrument lernen, sich ausprobieren und einfach das tun, wofür wir uns sonst nie Zeit nehmen. Grundsätzlich muss dem oben genannten Beispiel noch ergänzt werden, dass das Fernsehen per se nichts Negatives ist. Verbringt man zum Beispiel Zeit mit Freunden und schaut sich ab und an mal gemeinsam einen Film an, wird auch die soziale bzw. die Beziehungsebene angesprochen, welche für unser Wohlbefinden eine immense Bedeutung hat. Daher gilt, wie bereits vorher erwähnt: Wir müssen bewusst konsumieren. Wir müssen uns dessen im Klaren sein, welche Auswirkungen unsere Taten haben und inwiefern sie unser Leben bereichern und verbessern. Und uns immer die Frage stellen, ob wir diese Gegenstände besitzen, oder doch die Gegenstände uns. Abschließend gilt noch zu erwähnen, dass mit dem Minimalismus noch ein weiterer großer Vorteil einhergeht, welcher uns ein ganzes Stück näher an das Ziel Glück und Freiheit bringen kann. Worum genau es sich bei diesem Vorteil handelt, werde ich euch bei meinem nächsten Blogpost vorstellen.

Schreibe einen Kommentar