Wie beginne ich mit dem investieren?

Nicht wenige von euch werden sich fragen, „Wie beginne ich eigentlich mit dem Investieren?“. Hierzu kann ich sagen, dass es immer auf die bereits vorhandenen finanziellen Kenntnisse ankommt. Hast du dich schon mal mit dem Thema auseinandergesetzt, wird es dir bestimmt etwas einfacher fallen. Nichtsdestotrotz m√∂chte ich das Thema hier so erl√§utern, dass das auch f√ľr absolute Neulinge verst√§ndlich ist.

Bevor ich auf die praktische Vorgehensweise eingehe wie man investiert, m√∂chte ich euch die meiner Meinung nach wichtigste Regel nahe bringen. Diese lautet n√§mlich dass ich erst investiere, wenn ich verstanden habe worum es geht. Dies gilt zum einen f√ľrs Investieren im Allgemeinen und zum anderen f√ľr das Produkt, in welches investiert werden soll. Das hei√üt, wenn ich nicht verstehe, was mit meinem Geld genau passiert, dann riskiere ich dieses nicht. Daher meine klare Empfehlung hier, dass erst investiert werden soll, wenn ihr wisst, wie das Investieren an sich abl√§uft. Wenn du genau wissen willst, was beim Investieren in Wertpapiere passiert, dann kannst du auf diesen Blogeintrag klicken.

Wei√üt du nun, was passiert, wenn du dein Geld investierst, dann k√∂nnen wir zum n√§chsten Schritt √ľber gehen. Geld k√∂nnen wir nur investieren, wenn welches da ist. Daher sollten wir uns zun√§chst ein paar Gedanken dar√ľber machen, wieviel Geld wir anlegen m√∂chten und vor allem k√∂nnen. Pauschal l√§sst sich das nat√ľrlich nicht sagen, da wir, je nach Lebenssituation mal mehr bzw. weniger Geld anlegen k√∂nnen.

Die "50-30-20 Regel"

Bist du beispielsweise noch Auszubildende ohne Minijob und musst dir ein WG-Zimmer mieten, dann wird der Anteil, den du investieren kannst, relativ gering ausfallen. Das Gegenteil ist der Fall, solltest du den Luxus genießen einen gutbezahlten Vollzeitjob zu haben und noch im Haus deiner Eltern zu wohnen. Hier kann der absolute Anteil dessen, was investiert werden kann, ziemlich hoch ausfallen. Doch wie genau ermitteln wir, wieviel Geld wir anlegen können?

Needs

Es gibt die sogenannte 50/30/20 Rule, welche das Einkommen in Needs, Wants und Savings unterteilt. Diese gibt Aufschluss dar√ľber, wie man sein Geld ausgeben bzw. budgetieren sollte. Um jedoch einen genauen Plan f√ľr uns zu erstellen, stellt sich die Frage, wie hoch unsere monatlichen Needs sind, welche zwingend gezahlt werden m√ľssen. Bei der Auszubildenden w√§re das beispielsweise die Miete. Jedoch z√§hlen auch Punkte wie Lebensmittel, PKW-Kosten und √§hnliches dazu. In der Regel sind das ca. 50% des Einkommens. Dies sollte jeder zun√§chst f√ľr sich selbst herausfinden, da die monatlich anfallenden Kosten bei jedem variieren.

Wants

Beim n√§chsten Block handelt es sich um die Wants. Dieser macht in der Regel 30% des Einkommens aus. An dieser Stelle k√∂nnen wir unseren zuk√ľnftigen finanziellen Erfolg stark beeinflussen, da wir durch bewussten Konsum diesen Block reduzieren k√∂nnen. Hierzu z√§hlen Essen gehen, Einkaufen oder auch Ausgaben f√ľr pers√∂nliches Entertainment. Je mehr wir es schaffen, diesen Block zu reduzieren, desto h√∂her ist der Anteil des letzten Blocks, n√§mlich des Savings-Blocks.

Savings

F√ľr gew√∂hnlich entspricht der Savings-Anteil ca. 20% des Einkommens. Dieser Anteil sollte monatlich gespart werden und zum Aufbau eines passiven Einkommens verwendet werden. Jedoch ist hierzu noch ganz wichtig zu erg√§nzen, dass nur Geld investiert werden sollte, das man nicht doch notfalls braucht. Daher sollte, bevor mit dem Investieren begonnen wird, ein sogenannter Emergency Fund aufgebaut werden. Dabei handelt es sich um eine finanzielle R√ľcklage, mit welcher sich die monatlichen Kosten 3-6 Monate abdecken lassen. Dies k√∂nnte beispielsweise bei Jobverlust, gr√∂√üeren Autoreparaturen oder auch defekten Haushaltsger√§ten wie K√ľhlschrank oder Waschmaschine n√ľtzlich sein.¬†

Nun, da ihr f√ľr euch selbst ermittelt habt, wieviel Geld investiert werden kann, geht es an das Thema ‚ÄěWo kann ich investieren?‚Äú.

Wie kann ich investieren?

Um sein Geld anlegen zu k√∂nnen, ben√∂tigen wir zwingend ein sogenanntes Depot bei einem Broker. Bei einem Depot handelt es sich im Grunde um ein Konto bei einer Bank, welche Gesch√§fte mit Wertpapieren erm√∂glicht und diese auch verwahrt. Grunds√§tzlich steht hier eine gro√üe Auswahl an Brokern zur Verf√ľgung, welche die M√∂glichkeit bieten mit Wertpapieren zu handeln. Um sich hier also f√ľr den richtigen Broker zu entscheiden, m√ľssen diese, speziell was Geb√ľhren betrifft, miteinander verglichen werden. Einige Beispiele sind hier Trade Republic, Smartbroker oder auch Etoro. Wenn ihr einen ausf√ľhrlichen Bericht dar√ľber haben wollt, welche Broker welche Geb√ľhren veranschlagt, dann k√∂nnt ihr gerne auf diesen Blogpost klicken.

Nun, da wir wissen, was beim Anlegen geschieht, wieviel Geld uns zur Verf√ľgung steht und wir ein Depot bei einem Broker er√∂ffnet haben, geht es an unser erstes Investment. Hier sollten wir uns dar√ľber informieren, in was f√ľr ein Finanzprodukt wir investieren m√∂chten. Wollen wir durch das Investment in eine Aktie Anteile an genau einem Unternehmen (z.B. Daimler) erwerben, oder doch eher durch den Kauf eines ETF‚Äôs ein breiteres Spektrum an Anlage w√§hlen? Oder bevorzugen wir es doch mittels eines Faktorzertifikats einen Hebel in unser Investment zu integrieren? Informationen zu den g√§ngigsten Anlagem√∂glichkeiten sowie deren Vor- und Nachteile gibt es in diesem Blogpost.

"All-In" oder "Schritt f√ľr Schritt"?

Haben wir uns nun entschieden, dass wir, zwecks Risikominimierung, eher auf einen ETF setzen wollen, m√ľssen wir im n√§chsten Schritt entscheiden, ob wir ein Einmalinvestment t√§tigen oder eher einen Sparplan erstellen wollen. An diesem Punkt scheiden sich oft die Gem√ľter. Da sich Kurse in der Regel langfristig nach oben entwickeln, ist der eine Teil der Meinung, dass es am besten ist, das ganze Kapital mit einem Einmalinvestment anzulegen. Der andere Teil ist der Meinung, dass zwar der Kurs langfristig nach oben gehen wird, aber aktuell ein ung√ľnstiger Zeitpunkt zum Investieren sein k√∂nnte. Sie rechnen also zun√§chst mit einem Fall des aktuellen Kurses. Mit einer monatlichen Anlage w√ľrde man diesem Risiko des kurzfristigen Kursr√ľckgangs entgehen.

Leider gibt es auch hierzu keine pauschale Antwort. Daher m√ľssen wir immer situationsbedingt entscheiden. Meiner Meinung nach gibt es bei beiden Varianten Vorteile, die man mit ein wenig Recherche und Bedacht mitnehmen kann. Dass das nicht immer erfolgreich sein kann, ist selbstverst√§ndlich, da wir nicht hellsehen k√∂nnen. Betrachten wir beispielsweise den Chart eines ETF‚Äôs der als Index den S&P 500 hat und sehen, dass der Kurs auf seinem Allzeithoch ist und dieser seit einigen Wochen nur aufw√§rts gegangen ist, dann k√∂nnte hier eine Einmalinvestition gef√§hrlich sein. Hier w√§re dann ein monatlicher Sparplan sinnvoller. Ist das Gegenteil der Fall und der Kurs befindet sich schon seit Wochen im negativen Bereich und ist weit von seinem Allzeithoch entfernt, dann k√∂nnte hier ein Einmalinvestment mehr Sinn machen.

Fazit

Hierzu muss ich jedoch dringend anmerken, dass diese Aussagen nur so getroffen werden k√∂nnen, wenn wir nicht √ľber Einzelaktien oder besondere Vorkommnisse sprechen. Negative Schlagzeilen eines Unternehmens (z.B. Abgasskandal) oder gro√üe Innovationen (z.B. Smartphone) bestimmen beispielsweise die Kurse ma√ügeblich. Daher ist vor dieser Entscheidung zun√§chst einmal Recherche angesagt.

Ich hoffe ich konnte euch aufzeigen, dass vor dem eigentlichen Investment mehrere Schritte notwendig sind, bevor man sein Geld f√ľr sich arbeiten lassen kann. Hierbei ist es nicht minder wichtig zu ermitteln, wieviel Geld einem f√ľr die Anlage zur Verf√ľgung steht, wie das passende Investment zu finden. Daher kann ich euch nur empfehlen: Geht die Schritte, wie oben genannt, sorgf√§ltig durch, macht euch Gedanken √ľber die richtige Anlage und entscheidet dann f√ľr euch den richtigen Weg.

Abschlie√üend m√∂chte ich noch sagen, dass wir unsere Entscheidungsgewalt und Verantwortung √ľber unseren eigenen finanziellen Erfolg niemals in die H√§nde eines anderen √ľbertragen sollten. Bezahle niemanden, um dein Geld zu verlieren. Die wichtigsten Lektionen kommen n√§mlich aus eigenen Fehlern und Erfolgen.

PS: Als passende Lekt√ľre l√§sst sich hier das Buch „Die genial einfache Verm√∂gensstrategie: So gelingt die finanzielle Unabh√§ngigkeit‚Äú erw√§hnen. Dieses ist leicht verst√§ndlich und bereitet einen einfach auf den Investmentstart vor. Dieses findest du hier.

Euer Athanasios

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Coole Website, Atha. Klasse, weiter so. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
    Liebe Gr√ľ√üe,
    Frank

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